Warum sind wir anders?” ist eine äußerst interessante Frage. Angestoßen durch Bernd und fortgesetzt durch Martin möchte ich euch die Frage aus meiner Sicht beantworten.

[Update] Zuvor möchte ich aber noch zwingend erwähnen, dass die eigentliche Ursache für diese Diskussion bei Ryk und seinem Apfelkasten Kaffeeklatsch 13 Schwafelgate liegt.

In der gestrigen Sendung, an der leider nur Toby teilnehmen konnte, keimte dieses Thema erstmalig auf und wurde so von Bernd, später von Martin und im Anschluss von diversen anderen Mac Blogs aufgenommen und entwickelte sich zu einer Art Stöckchen (rock-my-mac, MacView, apfelbuero, macmylife). Ich möchte mich bei Ryk entschuldigen, dass ich ihn in diesem Ursprungspost so sträflich vernachlässigt habe und hoffe, dass ihr alle den Apfelkasten Podcast in iTunes abonniert oder euch zumindest die aktuelle Ausgabe, die der Anstoß des Steines war, herunterladet und anhört. Schön, dass der Apfelkasten sich langsam aber sicher zu einem immer grüßeren Pfeiler in unserer Blogo- und Podospähre entwickelt! Ryk, mach weiter so!

Das einstige Motto von Apple lautete “Think different“. Das ist aber lange vorbei, oder?

Eins ist gewiss: Apple Produkte sind keine Randgruppenerscheinungen mehr sondern verfolgen uns in (fast) allen Lebenslagen quer durch alle sozialen Schichten und Nationen. Das Unternehmen aus Cupertino, Kalifornien (USA) hat die technische Welt revolutioniert; mehrfach! 2001 erschien der erste iPod, 2007 das erste iPhone und 2010 das iPad. Von den Anfängen wie zu den ersten Herstellern der Personal Computer zu gehören (1970er) oder die Vorreiterrolle bei der Einführung grafischer Benutzeroberflächen und der Maus zu sein (1980er) mal ganz zu schweigen.

Meine erste Begegnung mit Apple hatte ich während meiner Schulzeit. Ja, es ist nicht gelogen, denn meine damalige Bildungseinrichtung, das Gymnasium an der Willmsstraße in Delmenhorst ist seit 1999 eine Apple Modellschule. Damals habe ich so meine ersten Erfahrungen mit dem iMac 3G (Erste Generation) gemacht und fand es schon faszinierend, dass auf dem Tisch einige “Monitore” standen und daneben sowohl Maus als auch Tastatur lagen, aber mehr eben auch nicht. Weiterhin kann ich mich gut daran erinnern, dass ich völlig von der Möglichkeit begeistert war die Datenträger (CDs) in den Monitor zu schieben. Die Maus, der die rechte Taste fehlte, war mir anfangs aber doch etwas suspekt.

Mir persönlich wurde vor etwas mehr als zehn Jahren also schon das Steve-Jobs-Virus eingepflanzt und ich wurde immer mehr ein Apple-Jünger. Was damals schon galt ist aber heute nicht besser oder anders: Apple Produkte sind alles, aber nicht günstig. So dauerte es also einige Jahre, die ich an Windows 2000 und XP verschwendet habe, bis ich mir endlich meinen ersten Mac leisten konnte.

Was aber macht einen Mac aus? In meinen Augen ist es die Gesamtheit. Apple liefert nicht nur das schnelle und stabile, auf Unix-basierende, Betriebssystem, sonder auch die passende Hardware. Dieses geschnürte Paket ist relativ starr und lässt im Vergleich zu bausatzartigen Windows Computern wenig Konfigurationsmöglichkeiten, zumindest aus Sicht der Hardware. Aber stört dieser Umstand einen Mac User? Ich glaube nicht. Zwar höre auch ich hin und wieder aus dem Bekannten- und Freundeskreis: “Was willst du denn mit so einem Mac? Der ist doch arschteuer und für die Kohle kriegst du ‘nen Rechner, der nicht nur 2, sondern 8 USB Ports hat und viel schneller ist.”, aber da liegt auch schon der springende Punkt: [...]Rechner[...]. Ich will keinen “Rechner” mit 8 USB Ports und einer Grafikkarte, die ich alle sechs Monate erneuern muss, um aktuelle Spiele zu spielen. Mir reichen meine 2 USB Ports und wenn nicht, nehme ich ein Hub. Ich will einen Mac und ich liebe meinen MacBook.

Wie Bernd ganz treffend schreibt, heißt es nicht mehr Laptop oder Handy. Es heißt MacBook (Pro) und iPhone. Es heißt nicht (selbstgebastelter) PC, es heißt iMac (oder Mac Pro). Das unterscheidet uns.

Wir sind zufrieden mit dem “goldenen Käfig” (Gehäuse) aus Aluminium und Plastik und stolz darauf. Alleine der leuchtende Apfel auf dem MacBook Deckel ist genial. Ich freue mich über dieses kleine Detail, dass ich in der Regel nicht sehe. Ich freue mich über meine beleuchtete Tastatur, das geniale Trackpad aus Glas und das Unibody Aluminium Gehäuse. Mit anderen Worten: ich habe viel Geld ausgegeben und bereue keinen einzigen Cent. Kann sich ein Fujitsu- oder Toshiba- oder Dell-Notebook Besitzer nach 2 Jahren auch noch so an seinem “Rechner” erfreuen? Ich möchte es bezweifeln.

Ähnlich sieht es mit dem iPhone aus. Wer einmal ein iPhone sein eigen genannt hat und dann auf ein Smartphone (mit Touchscreen) einer anderen Marke wechseln soll, wird wohl spätestens beim ersten Kontakt mit dem Touch ein Schauer über den Rücken laufen. Nein, einmal iPhone, immer iPhone und wir sind stolz darauf den Apfel am Ohr zu haben und ihn der Welt beim Telefonieren zu zeigen. Das geht aber wohl nicht nur den Apple Fanboys und Fangirls so, sondern alle iPhone Nutzern. Auch sie denken anders!

Noch deutlicher scheint dieser Umstand beim iPod zu sein. Jedem mobilen Apple Device sind weiße Kopfhörer beigelegt und auch wenn diese nicht den besten Klang haben, werden sie von allen iDevice Besitzern mit stolz getragen, oder? Ihr seht: der iPod Besitzer ist stolz auf sein Produkt und trägt, um dieses Bild nach außen zu tragen, seine weiße Ohrhörer. Auch sie denken anders!

Wie man es also drehen und wenden mag. “Think different” lebt immer noch und die Frage “Warum sind wir anders?” lässt sich mit “Weil wir stolz auf unsere erworbenen Produkte sind und dies nach außen hin zeigen” beantworten. Das aber noch viel mehr hinter diesem Gedanken steckt würde nun deutlich den Rahmen sprengen. Vielleicht fällt euch ja noch etwas prägnantes dazu ein.